Abgetaucht: SmartTrak und IrDA-/Infrarot-Schnittstelle

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Zugegeben, die Zielgruppe für diesen Beitrag ist sicher nicht sehr groß: Taucher mit einem Tauchcomputer des Herstellers Scubapro und Linux als Betriebssystem (neeeeein, nicht auf dem Tauchcomputer ;))
Andererseits geht es auch um die Einrichtung der Infrarot-Schnittstelle – so könnten dann also doch noch ein paar weitere Interessenten dazukommen… Also gut, los geht’s.

Wer oder was ist SmartTrak?

Zunächst als Erklärung für alle interessierten Nicht-Taucher (oder Taucher ohne entsprechende Tauchcomputer): SmartTrak ist eine Tauchlog-Software, die [wikipop language=“de“]Scubapro[/wikipop] für seine [wikipop language=“de“]Tauchcomputer [/wikipop] anbietet. Die Software kann kostenlos auf der Webseite des Herstellers heruntergeladen werden.
Die schlechte Nachricht ist, dass es die Software nur für Windows gibt. Die gute, dass die Software im Zusammenspiel mit WINE (siehe [wikipop language=“de“]Eintrag in Wikipedia[/wikipop]) auch einwandfrei unter Linux läuft.

Installation

WINE und Winetricks

Dieser Abschnitt ist vielleicht überflüssig – weil ihr WINE und Winetricks ggfs. schon installiert habt. Falls nicht, installiert einfach die Pakete wine und winetricks:

sudo apt-get install wine

und

sudo apt-get install winetricks

Dazu ist zu sagen, dass Winetricks nicht zwingend benötigt wird. Es ist eigentlich nur dazu da, die Installation von notwendigen Bibliotheken (siehe nächsten Abschnitt) zu vereinfachen.

Bibliotheken

SmartTrak benötigt die Bibliothek MS Jet 4.0, die wir nun mit Hilfe von Winetricks recht einfach installieren können. Dazu führen wir auf der Shell einfach folgenden Befehl aus:

winetricks jet40

Nebenbei sei erwähnt, dass Winetricks auch über eine GUI verfügt, in der man zunächst Select the default wineprefix und danach Windows-DLL installieren auswählt, um dann aus einer Liste von verfügbaren Bibliotheken die gewünschte auszuwählen. Der Weg über das Terminal ist aber eben einfach schneller.

Die Installation der Bibliothek endete bei mir übrigens immer mit der Meldung jet40 install completed, but installed file ... not found. Was diese Meldung soll, ist mir nicht ganz klar. Da aber scheinbar auch SmartTrak die Bibliothek so erst einmal nicht findet, habe ich bei mir einfach ein paar symbolische Links angelegt:

cd ~/.wine/dosdevices/c\:
ln -s Programme Program\ files
ln -s Gemeinsame\ Dateien Common\ files
ln -s Microsoft\ Shared Microsoft\ shared

Dabei ist es wichtig, alles genau so einzugeben (wie eigentlich immer)! Falls jemand einen Tipp für mich hat, warum dieses Problem auftritt und wie man es besser oder eleganter löst… Bitte her damit!

SmartTrak installieren

Jetzt kann endlich die eigentlich Anwendung installiert werden. Dazu lädt man sich die Anwendung, wie bereits oben erwähnt, von der Webseite der Herstellers herunter. Dann öffnet man ein Terminalfenster und wechselt in das Verzeichnis, in das man das Installationspaket heruntergeladen hat. Dann gibt man folgendes ein:

chmod +x Install\ DEU.exe
./Install\ DEU.exe

Der erste Befehl sorgt dafür, dass das Installationsprogramm ausgeführt werden kann, der zweite führt es aus. Das Programm kann nun, wie unter Windows auch, installiert werden.

Die Anwendung sollte nun gestartet werden können. Vorhandene Logbücher kann man nun schon laden und bearbeiten oder natürlich auch neue Logbücher manuell anlegen. Was noch fehlt ist die Einrichtung der Infrarot-Schnittstelle, damit die neuen Tauchgangsdaten vom Tauchcomputer importiert werden können.

Infrarot-Schnittstelle einrichten

Natürlich braucht man erst einmal ein Infrarot-Dongle. Und natürlich unterscheidet sich die Installation der Schnittstelle je nach Art der Hardware.
Ich möchte und kann euch hier nur die Vorgehensweise nennen, die für meinen USB-Adapter notwendig war. Daber handelt es sich um ein Gerät mit der Modelbezeichnung IR520UK und der Aufschrift iRwave, das ich vor vielen Jahren einmal für rund 15 Euro im Elektronik-Fachhandel erstanden habe.

Der Dienst für die Software-technische Bereitstellung der Infrarot-Schnittstelle nennt sich irda-utils, der zunächst einmal ganz einfach über die Paketverwaltung installiert werden muss:

sudo apt-get install irda-utils

Anschließend wird der Dienst konfiguriert. Die Konfiguration wird folgendermaßen gestartet:

sudo dpkg-reconfigure irda-utils

Die nun folgenden Einstellungen sind, wie schon gesagt, teils von der verwendeten Hardware abhängig. Für nähere Informationen ist ein guter Einstieg die Wiki-Seite zum Thema Infrarot auf ubuntuusers.de.

Hier also meine Einstellungen:

  • Aktiviere IrDA bei SystemstartJa
  • Attempt to probe for IrDA on system bootup<&code> → Ja
  • Discovery-ModusJa
  • Typ des IrDA-Adaptersnativ
  • Typ des FIR-Chipsirda-usb
  • Optionen für die Module des FIR-Chipsleer lassen
  • Port für setserial zum Stilllegenleer lassen

Anschließend kann der IrDA-Dienst dann mit

sudo service irda-utils stop

stoppen und mit

sudo service irda-utils start

wieder starten. Sollte nach Ausstecken des USB-Dongles die Verbindung nicht mehr zustande kommen, kann der Dienst auch einfach mit

sudo service irda-utils restart

neu gestartet werden.

Das sollte auch schon alles gewesen sein, was es dazu zu sagen gibt. Ich hoffe, es klappt alles bei euch. Problematisch ist vielleicht am ehesten die Konfiguration der irda-utils, weil die eben abhängig vom verwendeten Interface ist. Lasst es mich wissen, wenn ihr noch wichtige Hinweise oder Tipps habt.


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