Darktable 1.1

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Vor einigen Tagen wurde die Stable-Version 1.1 von Darktable veröffentlicht. Nachdem schon mit der über die Quantal-Quellen erhältlichen Version 1.0.5 die Geschwindigkeit auf dem Leuchttisch merklich verbessert wurde, bringt Version 1.1 einige interessante Neuerungen und Verbesserungen.

Was die Version 1.1 bringt

Als erstes fällt auf: es kommen zwei weitere Sichten hinzu. Neben „Leuchttisch“ und „Dunkelkammer“ gibt es nun auch „Tethering“ und „Karte“.

Beim Tethering werden nun weitere Kameras unterstützt – allerdings insgesamt immer noch recht wenige (die Liste ist lang, je nach Hersteller fehlen aber einige). Da meine DSLR nicht unterstützt wird, konnte ich diese Funktion von Darktable bisher leider nicht bestaunen. Neu soll hier aber die Live-View sein, in der man das in der Live-View der Kamera gezeigte Bild auch direkt in Darktable sieht.

Eine für den Leuchttisch interessante Erweiterung ist die Gruppier-Funktion, mit der sich auf einfache Weise Bilder gruppieren und Gruppen auf- und zuklappen lassen. Die Funktion dient allerdings nur zur Verbesserung der Übersichtlichkeit. Änderungen werden trotzdem immer nur an einem Bild vollzogen.

Der Leuchttisch von Darktable 1.1

Natürlich gibt es noch einige weitere Neuerungen, z.B. einen CLI-Export, eine „ähnliche Bilder“-Suche (habe ich bisher aber nicht hinbekommen, der Indexer muss in den Einstellungen aber auf jeden Fall aktiviert werden!) und einen Facebook-Export (konnte ich nirgends finden?!). Die vollständigen Informationen könnt ihr den offiziellen Release-Notes (englisch) entnehmen.

Da gibt es aber noch zwei Verbesserungen, die ich unbedingt nennen möchte, weil damit zwei Dinge behoben wurden, die mir immer negativ aufgestoßen sind:

Zum einen wird im Auswahlmenü für die weiteren Module jetzt eine Bezeichnung zu jedem Modul angezeigt. Kleine Änderung – große Wirkung. Bisher musste man immer rätseln, welches Symbol für welches Modul steht. Und zum anderen hat mich die Zuschneide-Funktion immer geärgert. Wollte man bisher ein Bild mit dem schon eingestellten Format zuschneiden, musste man das Format immer erst einmal unnötigerweise wechseln und wieder zurückwechseln, um das Zuschneiden erneut zu starten. Das funktioniert nun automatisch durch einen einfachen Klick auf das Format.

Genauere Informationen zum gesamten Funktionsumfang und der Bedienung gibt das User-Manual (HTML und PDF).

Geotagging

Einen ganz besonders interessanten Punkt habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben: Geotagging. Hierfür wurde auch die schon erwähnte Karten-Ansicht eingeführt. Das Kartenmaterial stammt standardmäßig von OSM. Es kann aber auch die GoogleMaps-Karte gewählt werden. Die Satelliten-Ansicht von Google funktioniert aber, wie weitere Auswahlmöglichkeiten leider nicht.

Geotagging über die OSM-Karte

Die bereits getaggten Bilder werden auf der Karte als Thumbnail dargestellt. Zudem können die Bilder darüber manuell und einfach mit einem Geotag versehen werden (einfach ein Bild per Drag’n’Drop auf die gewünschte Kartenposition ziehen).

Wer über ein GPS-Gerät verfügt kann die Bilder auf Basis eines GPX-Tracks auch automatisch taggen lassen. Genaueres kann ich hierzu noch nicht schreiben – ich werde das aber bei Gelegenheit mal ausgiebig ausprobieren. Allerdings wird die grundlegende Funktionsweise den meisten ja ohnehin bekannt sein.

Installation

Wer die aktuelle Version verwenden möchte, muss derzeit den Weg über eine zusätzliche Paketquelle gehen:

sudo add-apt-repository ppa:pmjdebruijn/darktable-release
sudo apt-get update
sudo apt-get install darktable

Das ist die von Darktable offiziell genannte PPA von Pascal de Bruijn, einem der Darktable-Entwickler. Seid euch bitte trotzdem über die Gefahren von Fremdquellen bewusst!

Meine zwei Cent…

Es freut mich zu sehen, dass Darktable ein immer attraktiverer Konkurrent zum kommerziellen After Shot (ehem. Bibble) wird. Ungeschlagen ist bislang aber die in After Shot umgesetzte RAW-Bearbeitung über Masken, mit der man mit dem Pinsel selektierte Bereiche einzeln bearbeiten kann.

Interessant ist auch, dass scheinbar auch die Funktionen zur Verwaltung der Fotos stetig erweitert werden. Seitdem ich Picasa nicht mehr benutze, betreibe ich tatsächlich keine richtige Fotoverwaltung mehr. So wie es aussieht, werde ich aber demnächst mal wieder einen neuen Anlauf mit Darktable unternehmen (was die Verwaltung angeht – zur RAW-Bearbeitung ist es für mich schon die erste Wahl).


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12 Kommentare zu Darktable 1.1

  1. Kommentar von Kweck
    1. Dezember 2012, 18:53 Uhr.

    Ich bin mal so invasiv und frage mal frech. :)
    Ich raffe RAW Bearbeitung nicht. Mir ist es bisher nicht gelungen aus einem RAW ein ansehnliches Bild zu machen.
    Obwohl ich die Anleitung „Basics“ von Darktable und auch all den anderen UFRaw usw.) gelesen habe.

    Da ich irgendwie vermute, dass Du Dich damit auskennst *gg* – kannst Du mir eine gute Anleitung (bevorzugt deutsch) für den Einstieg in RAW Bearbeitung (bevorzugt mit Darktable) empfehlen?

    Alles, was ich finde, beschreibt die Adobe Lösungen und für einen Laien sind diese kaum adaptierbar auf Darktable.
    Ich suche nach einen Einstieg, damit ich es lerne – nicht nach einer Mundgerechten Lösung.

    Aber alles, was ich bisher hin bekommen habe sind körnige Kathastrophen – weeeeiiit weg von dem, was meine Kamera selbst an JPG rauswirft.
    *um Hilfe fleh*

    Grüßle
    Kweck

    • Kommentar von Gerald
      1. Dezember 2012, 19:44 Uhr.

      Ich helfe dir gerne, klar. Aber ich muss gestehen, ich weiß nicht so recht, welche Probleme du hast. Du darfst nicht erwarten, dass du, nur weil du das Foto als RAW geschossen hast, ein optimales Bild daraus machen kannst.
      Natürlich muss das Ausgangsbild schon ordentlich fotografiert sein. Dann kannst du die Belichtung, Farben usw. anpassen und daraus ein JPEG erzeugen. Das ganze geht aber halt nur in Maßen. Du kannst nicht aus einem gnadenlos unterbelichteten Bild ein normal belichtetes machen. Der Vorteil von RAW ist, dass das Bild mehr Informationen enthält als ein JPEG und so mehr Anpassungen mit weniger Verlust gemacht werden können.
      Nein, eine Einführung kann ich dir spontan leider keine nennen. Falls du konkretere Fragen hast, helfe ich dir aber gerne…
      Gruß, Gerald

  2. Kommentar von Michael
    1. Dezember 2012, 20:47 Uhr.

    Die Export-Funktion zu Flickr ist dabei.
    Unter dem Menü Leuchttisch-ausgewählte Dateien-Speicherziel kann man das voreingestellte „Datei auf Festplatte“ in „Flickr Webalbum“ ändern.
    Es sind noch weitere Optionen wie „Picasa-Webalbum“ oder „E-Mail senden“ möglich.

    Gruß Michael

    • Kommentar von Gerald
      1. Dezember 2012, 21:25 Uhr.

      Flickr, ja. Aber es ist in den Release-Notes ja von Facebook die Rede. :)

      • Kommentar von houz
        2. Dezember 2012, 01:02 Uhr.

        Wenn ich mich richtig erinnere fehlt der Facebook-Export bei den Paketen in Pascals PPA, da dort irgendeine Abhängigkeit nicht erfüllt war. Das sollte aber inzwischen gefixt sein.

        Eine Liste unterstützter Kameras kann man hier finden: http://gphoto.org/proj/libgphoto2/support.php

        • Kommentar von Gerald
          2. Dezember 2012, 07:16 Uhr.

          Danke für die Infos! Der Facebook-Export ist bei mir aber noch nicht sichtbar. Ich schätze mal, es sollte doch auch einfach ein weitere Auswahlpunkt zu sehen sein, oder?
          Hui, die Kameraliste ist doch recht lang. Bei Darktable habe ich irgendwo mal eine recht kurze gesehen. Werde als mal eine kleine Korrektur am Artikel vornehmen… :)

      • Kommentar von Michael
        9. Dezember 2012, 15:06 Uhr.

        Nach dem Update auch Version 1.1.1 ist jetzt auch das Facebook-Webalbum dabei.

        • Kommentar von Gerald
          9. Dezember 2012, 16:03 Uhr.

          Danke für die Info, Michael!

  3. Kommentar von Kweck
    1. Dezember 2012, 21:36 Uhr.

    Danke für das Angebot.

    Ich hab mich nicht ganz klar ausgedrückt. Sorry.
    Also meine Kamera (eine Lumix FZ100 – ich denke für Gehversuche ganz ok) macht mir JPG und RAW parallel. Ich habe also immer von einem Foto ein JGP und ein RAW.

    Dass ich aus Sch..und kein Gold machen kann ist mir klar. :)
    Aber wenn das JPG der Kamera ordentlich aussieht, sollte es mir doch gelingen ungefähr das gleiche Ergebnis auch aus dem RAW zu erzeugen, oder bin ich da auf dem Holzweg? Die Quelle ist/war doch die Gleiche.
    Meine Hoffnung ist, wenn ich das kann, was die Kamera tut – dass ich dann schon mal grundlegend verstanden habe, welche Hebel ich für was ziehe(n muss) 😉

    • Kommentar von Gerald
      1. Dezember 2012, 22:07 Uhr.

      Hmm, wenn das JPEG ordentlich aussieht, dann sollte dir das RAW in Darktable doch auch schon recht ähnlich angezeigt werden, oder?! Und dann eben maßvoll dran schrauben…
      Wenn du willst, kannst du mir ja mal irgendwo im Netz ein Bilderpaar hochladen… (Dropbox o.ä.)

      • Kommentar von Kweck
        2. Dezember 2012, 19:19 Uhr.

        Gerne, Danke :)

        Hier mal 2 Paare – eins mit ISO100 wo die unterschiede nicht so arg sind und ein etwas Dunkleres – an dem ich wahrscheinlich verzweifeln würde.
        https://dl.dropbox.com/u/829565/Beispiele.tar.gz

        Ich habe heute mal intensiv rumprobiert und „aus versehen“ ein Foto ganz ordentlich hin bekommen (das möchte ich allerdings nicht öffentlich ins Netz stellen, weil es von meiner Kinderfussballmannschaft ist).
        Kontast, Farbe, Lebendigkeit – alles so weit halbwegs ertragbar – einzig ein Problem habe ich damit noch. Ein weisser Fussball ist ein wenig überbelichtet und dadurch leicht Rosa. Bekomm ich das irgendwie weg ohne das ganze Bild ab zu dunkeln?

        • Kommentar von Gerald
          3. Dezember 2012, 19:17 Uhr.

          Hab deine Fotos bekommen und hab dir mal per Mail geantwortet… :)

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