Datensicherung: Backup und Restore ganzer Partitionen

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Als ich den Artikel für heute eingeplant habe, war mir gar nicht klar, dass heute Freitag der 13. sein wird. Ein Termin, der wie geschaffen für das Thema Datensicherung ist 😉

Die am häufigsten genannten Vorgehensweisen zur Datensicherung unter Linux sind (zumindest m.E.) dateibasiert bzw. eher für die Fälle geeignet, bei denen Verzeichnisse oder Platten auf Dateiebene synchronisiert werden sollen.

Von einer richtigen Datensicherung des Systems erwarte ich aber, dass die komplette Partition genau so wie sie ist gesichert und auch wieder zurückgesichert werden kann. Ein richtiges Image eben.

Nun gibt es ja verschiedene kommerzielle Software-Produkte, die teils im Lieferumfang von [wikipop search=“Network_Attached_Storage“ language=“de“]NAS[/wikipop]-Geräten enthalten sind. Allerdings habe ich zum ein oder anderen Produkt verschiedene Meldungen gelesen, die besagten, dass Sicherungen (bzw. Rücksicherungen) von Linux-Partitionen ggfs. Probleme bereiten. Dazu muss ich aber sagen, dass ich selbst das bestätigen noch verneinen kann.

Das Thema könnte also so kompliziert sein, wäre es nicht so einfach – wenn man weiß, wie…

Die Lösung (für mich) lautet fsarchiver. Ja, richtig, es erzeugt zwar technisch gesehen keine „richtigen“ Images (wie oben geschrieben) – letztendlich „fühlt“ es sich aber genau so an. Das Tool PartImage, das normalerweise zuerst genannt wird, kann leider (noch?) nicht mit [wikipop language=“de“ search=“Ext4″]ext4[/wikipop]-Dateisystemen umgehen und ist daher für mich nicht brauchbar.

fsarchiver dagegen bietet alles, was ich von einer Datensicherung erwarte.

Noch kurz erwähnt: obwohl ich mit fsarchiver eigentlich voll und ganz zufrieden bin, werde ich mir wohl demnächst noch ein weiteres Tool genauer ansehen. Ggfs. werde ich euch darüber berichten…

Installation

Das Tool kann ganz einfach über die Ubuntu-Paketquellen installiert werden:

sudo apt-get install fsarchiver

Backup

Ein Backup kann auf der Shell beispielsweise mit folgendem Kommando erzeugt werden:

sudo fsarchiver savefs -o -s 500 -j 4 -c tester -v /media/Daten1/backuptest.fsa /dev/sda7

Erklärung der verwendeten Optionen:

  • -o ⇒ Falls die angegebene Zieldatei bereits existiert wird sie überschrieben.
  • -s 500 ⇒ Gibt die Maximalgröße (in MB) der Einzeldateien an, in die die Sicherung aufgesplittet werden soll.
  • -j 4 ⇒ Sorgt dafür, dass die Sicherung in vier Jobs aufläuft. Hier sollte die Anzahl der CPUs bzw. CPU-Kerne angegeben werden. Wird die Option nicht angegeben, gilt der Defaultwert 1.
  • -c tester ⇒ Gibt tester als Kennwort für die Verschlüsselung der Sicherung an.
  • -v ⇒ Aktiviert den Verbose-Modus, so dass die Verarbeitung detailliert Auskunft darüber gibt, was gerade passiert.
  • /media/Daten1/backuptest.fsa ⇒ Ist der Dateiname der Sicherungsdatei, die erzeugt werden soll.
  • /dev/sda7 ⇒ Ist die Platte bzw. die Partition, die gesichert werden soll.

Restore

Der Aufruf für das Wiederherstellen eines Backups (das mit obigem Kommando erzeugt wurde) sieht dann so aus:

sudo fsarchiver restfs -c tester /media/Daten1/backuptest.fsa id=0,dest=/dev/sda7

Erklärung der verwendeten Optionen:

  • -c tester ⇒ Gibt tester als Kennwort für die Entschlüsselung der Sicherung an.
  • /media/Daten1/backuptest.fsa ⇒ Ist der Name der Sicherungsdatei, die wiederhergestellt werden soll.
  • id=0,dest=/dev/sda7id=0 gibt an, dass das erste Filesystem aus der Sicherung wiederhergestellt werden soll (es können auch mehrere Filesysteme in eine Sicherung zusammengepackt werden). dest=/dev/sda7 gibt die Zielpartition an.

Die Vorteile

Was mir an dieser Methode gefällt:

  • Es werden nicht einfach nur Dateien gesichert, sondern man bekommt eine Komplettsicherung.
  • Die Datensicherungen können verschlüsselt werden.
  • Die Größe der Zielpartition ist bei der Rücksicherung nicht relevant (natürlich muss sie aber ausreichen).
  • Und besonders interessant: die Rücksicherung kann sogar in einen anderen Dateisystem-Typ erfolgen! Eben weil fsarchiver kein „richtiges“ Image sichert.

Wobei ich gestehen muss, die letzten beiden Punkte bisher nicht selbst getestet zu haben.

Der Nachteil

Die Partition, die gesichert werden soll, sollte nach Möglichkeit nicht in Verwendung sein. Ich kann leider nicht genau sagen, was die Folge wäre, wenn die Partition doch verwendet würde. Vermutlich könnte es zu inkonsistenten Sicherungen kommen.
Da ich sowieso immer zwei Ubuntu-Installationen auf der Platte habe, stellt diese Tatsache aber kein größeres Problem für mich dar. Eine andere Möglichkeit, diese Voraussetzung zu erfüllen ist, eine Boot-CD zu verwenden. Da gibt es z.B. die SystemRescueCD, über die ich, wer weiß, vielleicht auch einmal einen Artikel schreibe.

Ich denke aber, dass dieser Punkt sicherlich auf so ziemlich alle Backup-Tools zutreffen wird.

Wichtig!

Es sollte ja eine Selbstverständlichkeit sein… Dennoch der Hinweis: bitte denkt dran, das Ganze einmal im „sicheren Umfeld“ auszuprobieren. Backup und Restore! Es macht Sinn, zu wissen, ob/dass es funktioniert bevor der Ernstfall eintritt!

Bitte seht den Artikel außerdem nicht einfach als die 100% passende Lösung an. Damit möchte ich sagen: prüft selbst in wie fern die Anwendung und die Einstellungen auf eure Situation passen.


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