Paketmanager IPKG auf Synology-NAS installieren

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Nach dem ersten, einleitenden Artikel zu meinem neuen NAS, soll es nun etwas mehr ans Eingemachte gehen. Neben der vom Hersteller vorgesehenen Art und Weise Zusatzsoftware zu installieren, nämlich über die GUI des Betriebssystems DSM, gibt es auch das ein oder andere, was man auf der Shell bewirken kann.

Um die Basis dafür zu schaffen, installiert man sich zunächst einmal einen Paketmanager, genauer gesagt den „Itsy Package Manager„, kurz IPKG. Wie ich dazu vorgegangen bin, möchte ich euch hier beschreiben.

Ich werde, wie so oft, kein komplettes How-To hier abliefern. Es gibt schon gute Informations-Quellen zu dem Thema. Allerdings blieb es trotzdem nicht aus, dass ich einiges probieren musste, um ans Ziel zu kommen. Ich möchte daher lediglich erwähnenswerte Zusatzinfos zu den vorhandenen Quellen geben.

Installation

Übrigens ist die Vorgehensweise für die Installation auf QNAP-Geräten vermutlich die gleiche – oder zumindest ähnlich. Genau kann ich das aber nicht sagen, da ich ja selbst kein QNAP-NAS habe.

Los geht’s mit der Wiki-Seite zum Thema IPKG im Synology-Wiki.

Ganz wichtig ist natürlich zunächst einmal, den Prozessor, den das eigene NAS hat, richtig zu bestimmen. Am besten schaut ihr euch die Übersichtstabelle, die auch auf der Wiki-Seite verlinkt ist an. Dort könnt ihr euch dann auch das Installationspaket herunterladen. Schaut genau hin! – ich habe natürlich erst einmal das falsche Paket genommen und installiert… :(

Die eigentliche Installation ist dann ziemlich einfach und unspektakulär. Einfach die unter Installation genannten Schritte durchgehen.

Etwas kniffliger wird es, wenn man, wie ich, erst einmal eine Installation mit dem falschen Paket durchführt. Einfach ein anderes Paket herunterladen und die selben Schritte damit noch einmal durchgehen funktioniert leider nicht.
Ich habe leider den genauen Wortlaut der Fehlermeldung nicht mehr. Beim Aufruf der Installations-Routine kamen gegen Schluss der Ausgaben ein paar Fehlermeldungen und ganz am Ende stand jeweils /opt/bin/ipkg: not found. Diese Fehlermeldung kann sicher die verschiedensten Gründe haben. Bei mir lag es allerdings an einer vorangegangenen, missglückten Installation.

Hier hat mir dann folgende Vorgehensweise geholfen. Zunächst habe ich das @optware-Verzeichnis gelöscht:

cd /volume1
rm -r @optware

Außerdem habe ich aus der Datei /etc/rc.local die Optware-Zeilen entfernt. Ihr könnt auf dem Gerät generell Dateien mit dem vi-Editor bearbeiten. Allerdings sind nicht alle Funktionen implementiert (zum Beispiel fehlt der Undo-Befehl… :( im Zweifelsfall also die Datei ohne zu speichern noch einmal neu öffnen). Die besagten Optware-Zeilen in /etc/rc.local sehen so aus:

# Optware setup
[ -x /etc/rc.optware ] && /etc/rc.optware start

So gut die Beschreibung der Installation auf der Wiki-Seite ist, so verwirrend fand ich zunächst die Punkte, die unter der Überschrift Weitergehende Installation IPKG dort genannt sind. Verwirrend, weil (für mich) teils widersprüchlich.

Deshalb der Hinweis für alle, denen es ähnlich geht: eigentlich können und sollten alle Punkte wunderbar genau so ausgeführt werden, wie es dort beschrieben ist. Der erste Punkt namens Altes Startup Script anpassen muss aber übersprungen werden. Dieser Punkt ist alternativ zu anderen Punkten zu sehen – und es ist definitiv die schlechtere Alternative.

Verwendung

Der folgende Aufruf aktualisiert die Liste der angebotenen Pakete:

ipkg update

Um eine Liste aller angebotenen Pakete auszugeben, benutzt man das Argument list:

ipkg list

Um nur die bereits installierten Pakete anzuzeigen, gibt man das list_installed-Argument an:

ipkg list_installed

Um ein neues Paket zu installieren, gibt man folgendes ein (wobei Paketname natürlich durch den Paketnamen ersetzt werden muss):

ipkg install Paketname

Interessante Pakete

Abschließend möchte ich noch ein paar Beispiele von interessanten Paketen nennen, die per IPKG installiert werden können (die richtigen Paketnamen nenne ich dabei aber nicht zwingend, da teils auch Abhängigkeiten bestehen):

  • Pack-Programme: unzip, unrar, bzip2
  • Das allseits beliebte screen
  • Python
  • Tor habe ich auch in der Liste gesehen – hab ich aber (bisher) nicht ausprobiert.
  • pyLoad, ein Downloader, der u.a. für One-Click-Hoster geeignet ist.

Zum letztgenannten Punkt pyLoad werde ich demnächst noch einen Artikel bringen. Stay tuned.


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